Tuesday, July 17th, 2018

Zynga: Mitarbeitern sollen Aktienoptionen wieder rausrücken

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Mitarbeiter eines neues Startups haben es nicht einfach. Ihre Zukunft ist von Anfang an ungewiss, floppt das Produkt des Startups, ist damit auch der Arbeitsplatzverlust garantiert. Spezielle Anreize sind für Mitarbeiter in der Anfangsphase eines Startups deshalb nichts ungewöhnliches. So werden diese, teilweise auch aus Liquiditätsproblemen, mit Unternehmensanteilen entlohnt. Entwickelt sich das Startup wie gewünscht, haben diese Anteile dann auch endlich einen entsprechenden Wert und entlohnen so den Mitarbeiter für seine Treue und Aufopferung. Blöd nur, wenn das Startup endlich läuft und plötzlich genau diese Anteile wieder zurückgefordert werden. So geschehen bei Zynga.

Die Crux an dieser Entlohungsform ist nämlich, ist das Startup erfolgreicher als gedacht, sind die Anteile ein Vermögen wert. So waren die Anteile eines Kochs von Google beim Börsengang des Internetkonzerns 20 Millionen US-Dollar schwer.

Um genau solch eine „Koch-Situation“ zu vermeiden, fordert Zynga nun einige langjährige Mitarbeiter auf, ihre Optionen wieder zurückzugeben. Dies berichtet zumindestens das Wall Street Journal unter Berufung auf Unternehmenskreise. Dabei geht das Unternehmen angeblich nicht zimperlich vor. So sollen Mitarbeiter die einen Teil der Anteile nicht freiwillig zurückgeben mit Kündigungen gedroht worden sein. Andere Mitarbeiter sollen für ihre Unterschrift unter Aufhebungsverträge finanziell entschädigt worden sein. Insgesamt sollen einige Angestellte des FarmVille- und Mafia-Wars-Entwicklers Anteile im rechnerischen Wert von mehreren zehn Millionen US-Dollar ihr Eigen nennen.

Unsere Meinung:
Die Bewertung von Zyngas-Praxis ist nicht einfach. Zum einen möchte das Unternehmen wohl Gerechtigkeit schaffen zwischen den alten Mitarbeitern die ihren Teil zum Erfolg beigetragen haben, gleichzeitig sollen aber auch neue Mitarbeiter und Leistungsträger entlohnt werden, die zwar nicht von Beginn an dabei waren, mit ihren Ideen aber dennoch zur Wertsteigerung des Unternehmens beigetragen haben. Dennoch ist das Vorgehen zu verurteilen. Man kann nicht das Risiko auf die Mitarbeiter abwälzen mit dem Versprechen, dass sie bei Erfolg davon profitieren, nur um sie dann im Erfolgsfall doch wieder leer ausgehen zulassen. Eine Drohung mit Kündigung kommt dann gleich einer Erpressung gleich. Ein solcher Umgang mit seinen Mitarbeitern wirft kein gutes Licht auf Zynga. Sicherlich hätte es hier einen guten Mittelweg gegeben, mit denen beiden Parteien zufrieden gewesen wären, aber Zynga hat es auf die Konfrontation angelegt. Es bleibt abzuwarten wie die betroffenen Mitarbeiter handeln und ob man noch etwas von ihnen hören wird.


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