Monday, October 3rd, 2022

Patrizier Online Test

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Früher war alles besser, behauptet eine bekannte Redensart. Früher war auch 1992, als Ascaron das erste Patrizier veröffentlichte. Monatelang hielt sich die Wirtschafts-Simulation in den Verkaufs-Charts ganz oben, die Fachpresse äußerte sich durchweg positiv. Heute umfasst die Patrizier-Reihe drei Sequel und versucht sich mit Patrizier Online nun auch online im Internet.

Zwar befindet sich das Strategie-Browsergame noch in der Open Beta, trotzdem haben wir uns um 1438 in Östhammar niedergelassen und das Online-Patrizier getestet.

Um Stadt- und Weltkarte dreht sich die Hansewelt

Bevor wir uns dem Gameplay, den positiven und negativen Seiten von Patrizier Online widmen, erklären wir zunächst den Grundaufbau. Nach erstem Login schickte uns Publisher gamigo in die Stadt Östhammar. Östhammar liegt in Schweden, insgesamt spielt Patrizier Online an der Nord- und Ostsee des 15. Jahrhunderts. Wie alle anderen Städte besitzt auch Östhammar einen Marktplatz, auf dem du Waren ein- und verkaufen kannst.


In der Werft kannst du neue Schiffe bauen lassen, jedoch nur, wenn du über die nötigen Ressourcen verfügst. Alternativ kannst du Schiffe auch mit Diamanten bezahlen, zu diesen Premium-Features aber weiter unten mehr. Später kannst du deine Schniggen, Kraier und Koggen in der Werft gegen genügend Gold reparieren lassen. Dies bietet sich etwa an, wenn Piraten das Schiff beschossen und in Mitleidenschaft gezogen haben.

Im Rathaus kannst du dich als Bürgermeister zur Wahl stellen, im Kontor kannst du übrige Waren einlagern, um zum Beispiel auf bessere Verkaufspreise zu hoffen. Anders als heute erweisen sich die Mittelalter-Städter als treue Kirchengänger. Um dein Ansehen in der Stadt künstlich zu erhöhen, kannst du in Patrizier Online kniepig wie großzügig an die Kirche spenden. Den richtigen Kapitän fürs Schiff oder den nächsten Konvoi findest du in der lokalen Taverne.

Konvois organisieren und auf Reise schicken

Das erste Schiff stellt uns Patrizier Online noch im Rahmen des Tutorials zur Verfügung, den ersten Kapitän ebenso. Zwar versteht sich dieser auf den Schiffsbau und kann kämpfen, dafür aber weder navigieren noch Führung übernehmen, Charisma ausstrahlen oder wenigstens die Buchhaltung übernehmen. Zumindest steht bei diesen Attributen jeweils eine 0, beladen mit einigen Östhammar-Waren steuern wir trotzdem die nächste Stadt an.


Auf der Weltkarte können wir jede Stadt einzeln anklicken und überprüfen, was die Stadt jeweils produziert und am dringendsten benötigt. Zudem zeigt Patrizier Online an, wie lange die Reise bis zur nächsten Stadt dauert – um den Konvoi zu entsenden, klickst du einfach auf den entsprechenden Button. Wer benötigte Waren liefert, treibt das eigene Ansehen in die Höhe und macht sich um die Kaufmanns-Gilde verdient.

Diese gewährt gewisse Privilegien – beispielsweise kannst du nur Wohnhäuser errichten, Gebäude bauen oder regionale Waren produzieren, wenn die Kaufmanns-Gilde dies gestattet. Um die Gilden für sich zu gewinnen, muss das Ansehen stimmen. Wer also beflissen Konvois auf die Reise schickt, Waren einkauft und andernorts an den Marktplatz bringt, kann bald mehrere Schiffs-Konvois und Kontore sein Eigen nennen.

Gameplay

Wie in den Offline-Patriziern besteht der Alltag auch in Patrizier Online daraus, die Nachfrage der Bewohner zu befriedigen, indem du knappe Waren in die Städte beförderst und auf dem Marktplatz in bares Gold verwandelst. Statt der künstlichen Intelligenz machen dir in Patrizier Online andere Spieler das Leben schwer und Geschäfte nichtig. Angebot und Nachfrage ändern sich stets und du musst auch den Handel anderer im Auge behalten.


Später kannst du auch Fraktionen gründen oder bestehenden beitreten. Fraktionen können etwa die einzelnen Städte unter sich aufteilen, sich gegenseitig unterstützen und Preise absprechen. Händler-Solisten werden langfristig keine Chance haben und nie den Traum vom Eldermann leben können. Anders als in vielen Browsergames handelt es sich bei den Fraktionen um kein hübsches Beiwerk, sondern um ein notwendiges „Übel“.

Grafik

Grafisch setzt Patrizier Online die Messlatte weder höher noch niedriger. Während die Weltkarte mit den vielen Städten überzeugt und etwa transparent die Routen anderer Handelsgesellen zeigt, ähneln sich die Städte selbst wiederum sehr. Patrizier benötigt auch weniger grafische Aha-Effekte, sondern übersichtliche Handelsmenüs, und das klappt.


Auf dem Marktplatz kannst du nicht nur an den nackten Zahlen, sondern bereits an den roten und grünen Säulen ablesen, welche Waren besonders knapp sind bzw. reichlich im Lager auf die nächste Krise warten. Auch erschlägt Patrizier Online nicht mit unzähligen Text-Einblendungen, sondern stellt etwa bei den Konvois (fast) alles grafisch dar, von der Anzahl der Schiffe über die Kapazität bis hin zum Zustand, der Anzahl der Kanonen und der Geschwindigkeit.

Premium

Patrizier Online steckt zwar noch in der Open Beta, die Premium-Features wurden jedoch bereits umgesetzt und kosten einiges an echtem Geld. Um etwa eine Woche lang zehn Prozent schneller zu reisen, musst du zum Beispiel 60 Diamanten berappen, umgerechnet beinahe fünf Euro. Um nicht nur über eine, sondern alle dringend benötigten Waren einer Stadt informiert zu werden, bietet sich der Berater an, im Monat kostet mich auch dieser 120 Diamanten und somit rund zehn Euro.

Hinzu gesellt sich der Seenotretter, der Lotse, der Berater und viele andere. Niemand benötigt alle Premium-Features, teils entscheidet aber mehr der Geldbeutel als das spielerische Geschick über den Weg bis zum Eldermann. Dass sich das Browserspiel noch in der Beta befindet, mutet in dem Kontext mindestens sonderbar an. Immerhin spendiert das Tutorial 85 Diamanten, über die du frei verfügen kannst.

Fazit

Patrizier Online kann selbst von Hardcore-Spielern nur nebenbei gespielt werden, und das bereits von Beginn an. Rasch langweilt das Handels-Prozedere – bis der Konvoi endlich die nächste Stadt erreicht, vergehen einige zehn Minuten. Oftmals schippern andere Spieler in Windeseile am eigenen Konvoi vorbei und verkaufen die eigenen Waren an die Stadt. Indes meldet die Stadt keinen Bedarf mehr für die transportierten Waren an. Frust macht sich breit.

Spielerisch müssen sich Patrizier-Fans zurecht fragen: Warum Patrizier Online spielen, wenn etwa Patrizier IV mehr Features bietet und im Gegensatz zur Online-Variante nicht ständig neues Geld kostet? Ohne Geldeinsatz richtet sich Patrizier Online aber immerhin noch an eingefleischte Fans, die sich weiter kostenlos anmelden und die Eldermann-Karriere online anstreben können.

Möchtest du nun Handeln und Geschäfte machen um so zum Eldermann aufzusteigen? Dann melde dich doch jetzt kostenlos bei Patrizier Online* an!

Patrizier Online

Unsere Bewertung

Grafik: (7/10)
Sound: (4/10)
Spielspaß: (5/10)

Geeignet für: Anfänger bis Fortgeschrittene

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Comments

One Response to “Patrizier Online Test”
  1. Sven sagt:

    Patrizier Online ist endgültig abgeschaltet!
    Wer will kann ja mal eine Indie Fan Version vom Patrizier unter http://www.galiator.de probieren 😉

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