Monday, November 20th, 2017

Gamescom 2013: Im Gespräch mit Bigpoints Geschäftsführer Khaled Helioui

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Khaled Helioui__Bigpoin

© Bigpoint GmbH


Auf der diesjährigen gamescom 2013, die vom 21. bis 25.08.2013 stattfand, haben wir uns mit Khaled Helioui, Geschäftsführer von Bigpoint, getroffen und ihm einige interessante Fragen gestellt. Die Antworten wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.
Khaled Helioui stieg im Juni letzten Jahres als Chief Games Officer bei Bigpoint ein und erarbeitet sich nach und nach das Vertrauen des Gründers und damaligen CEO, Heiko Hubertz, der seinerseits nach einem Nachfolger suchte. Im Februar 2013 war es dann soweit, Heiko Hubertz gab seinen Posten als Geschäftsführer an Khaled Helioui ab.
Bigpoint_LogoKhaled Helioui übernahm Bigpoint zu einer wirtschaftlich schweren aber auch interessanten Zeit für Browsergames. Zum einen kam der Mobile-Trend erst richtig in fahrt, woraufhin er auch betonte, dass viele Bigpoint-Spiele in Zukunft auch auf diesen Plattformen laufen würden. Zum anderen gab es einen großen Sprung in den Browser-Technologien, die Spiele wie Drakensang Online möglich machten. Auf unsere Nachfrage, warum aber Spiele wie Quest’n Goblins oder The Mummy Online scheiterten, obwohl sie auf den ersten Blick eben jene technischen Maßstäbe, die ein Drakensang Online auszeichnet, erfüllen, erklärte er uns Bigpoints neue Entwicklungsstrategie. So sollen die kommenden Casual- und einfachen Mid-Core-Games auf mobilen Geräten erscheinen, während die restlichen Mid-Core und Core-Games im Browser spielbar sein werden. Damit möchte man den Spagat zwischen den unterschiedlichen Zielgruppen schlagen. Apropos Core-Games, hier möchte man sich ab sofort bei der Entwicklung viel mehr Zeit lassen. So soll The Mummy Online unter anderem daran gescheitert sein, dass man versucht hat zu viele Dinge zur selben Zeit zu machen. Zu viele Spiele zur selben Zeit, ohne das dafür die internen Prozesse gestimmt hätten. Genau auf diesen Punkt hat er sich deshalb auch gleich am Anfang seines Antritts als Geschäftsführer konzentriert. Neben neuen erfahrenen Kräfte aus der Industrie, würde man ab sofort auch stärker bei der Entwicklung darüber nachdenken, was für ein Produkt man überhaupt möchte, wie es sein soll und warum Spieler es überhaupt spielen sollen. Für die kommenden Spiele betonte er, wie groß die Qualität im Vergleich zu den bisherigen Spielen sein wird.

Game-of-thrones-T_7Kingdomslogo-kleinNatürlich durfte auch die Frage über die Entwicklungsstand des Game of Thrones Browsergame an dieser Stelle nicht fehlen. Hier verwies er dann sogleich auf die neue Firmen-Philosophie, bei der die Qualität im Mittelpunkt stehen soll. Dies gelte insbesondere für Game of Thrones, da sich Bigpoint den Anspruch der großen Fan-Community durchaus bewusst ist und diesem auch gerecht werden möchte. Dementsprechend möchte man sich Zeit lassen, bis man beim Spielen der Meinung ist, man spiele das Buch oder die Serie. Zum Veröffentlichungszeitpunkt konnte sich Khaled nicht äußern, er selbst hat aber die Ambition das Spiel nächstes Jahr zu veröffentlichen. Allerdings versicherte er noch einmal, dass falls das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch nicht soweit sei, es auch auf keinen Fall veröffentlicht wird.

Ein weiteres zentrales Thema für den neuen Bigpoint-Chef ist die Eroberung des asiatischen Marktes. Den Anfang soll Drakensang Online in Südkorea machen, dass sich aktuell in der Closed-Beta-Phase befindet, aber noch diesen Monat in die Open-Beta starten soll. Warum der asiatische Markt so interessant ist, machte er an ein paar Zahlen mehr als nur deutlich. So soll die Spieleindustrie gesamt (mobil, online, traditionell) ungefähr 70 Milliarden Dollar pro Jahr umsetzen. Davon würde allein die chinesische Online-Spiele-Industrie über 12.5 Milliarden Dollar ausmachen, während bei der südkoreanischen Spieleindustrie es immerhin noch über 4,5 Milliarden Dollar sind. Bisher waren Bigpoints-Spiele für diese riesige Märkte nicht bereit, da die heimischen Core-Gamer einen ganz anderen Anspruch hätten. Mit Drakensang Online ist dies nun anders und die ersten Rückmeldungen aus Südkorea sprechen auch von einem Erfolg für das Spiel. Gerade läuft die Lokalisierung für den chinesischen Markt, ein etablierter Partner sei ebenfalls schon gefunden, auch wenn dies noch nicht kommuniziert wurde.
Zu den Unterschieden zwischen dem asiatischen Markt und dem europäischen/deutschen Markt stellt Khaled klar, dass es den einen asiatischen Markt nicht gebe. China, Japan, Südkorea, alle Märkte wären unterschiedlich. So spielt beispielsweise in Südkorea der E-Sport eine ganz andere Rolle als hier in Deutschland. Übertragungen von Spiele wie Starcraft 2 im Fernsehen seien dort ganz normal. Zudem habe ein Großteil der Spieler neben den besten PCs auch entsprechende Internet-Leitungen. Dies wäre beim chinesischen Markt beispielsweise nicht der Fall. Auch die Qualität der Browsergames auf dem chinesischen Markt sei nicht so hoch, viele Spiele sehen ähnlich aus, sodass man sich mit Drakensang Online einen großen Erfolg erhofft.

MERC Elite-logo-kleinAm Ende sprachen wir noch über Merc Elite und welche Rolle der MOBA-Bereich in der zukünftigen Strategie von Bigpoint spielen wird. Gleich am Anfang betonte Khaled, dass momentan so gut wie jeder ein MOBA-Titel in der Entwicklung hätte und nun auch Bigpoint etwas vom Kuchen von League of Legends oder Dota ab haben möchte. Im Gegensatz zu den schon spielbaren Titeln biete man aber mit Merc Elite ein ganz anderes Setting und hofft damit aus den anderen Spielen herauszustechen. Zwar wird Bigpoint sich in der Zukunft nicht nur auf MOBA-Spiele konzentrieren, dennoch erhofft man sich von Merc Elite einen großen Erfolg, gerade auch im asiatischen Bereich. Generell soll das Browsergame einen festen Platz im E-Sport bekommen, erste Gespräche mit den Verantwortlichen der großen Ligen sowie den Pro-Gaming-Teams sind bereits erfolgt. Geplant sind große Wettbewerbe und Ligen, in denen es unter anderem auch Geldpreise zu gewinnen gibt.

Freuen darf man sich laut Khaled auf jeden Fall schon auf das nächste Jahr. Dann wird Bigpoint nämlich ein Spiel veröffentlichen, das einen regelrecht „umhauen wird“. Wir sind gespannt!


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Comments

2 Responses to “Gamescom 2013: Im Gespräch mit Bigpoints Geschäftsführer Khaled Helioui”
  1. Marius sagt:

    Also ich hoffe mal, dass die Aussagen in dem Text hier bzgl. Game of Thrones auch wirklich zutreffen. Denn was Bigpoint mit Battlestar Galactica abgeliefert hat ist einfach nur erbärmlich. Toll in der Technik, aber mit der Battlestar Galactica Marke wurde nur geködert. Statt dem Spiel eine interessante Story und abwechslungsreiche Quests mitzugeben, die das Battlestar Galactica Universum genügend zu bieten hätte, kamen nur langweilige Klickorgien raus.
    Hoffentlich ändert das Bigpoint, damit man auch etwas gefesselt wird vom Spiel. Das wurde ich nämlich bisher von keinem Bigpoint-Browsergame, immerhin ging es mit Drakensang Online schon in die richtige Richtung. Wobei mir hier auch eine richtige Story fehlt …

  2. Unsereiner sagt:

    Wenn im Interview schon von Qualität gesprochen wird, frage ich mich, wo diese bei Drakensang bleibt ?
    Drakensang ist bis heute so gut wie unspielbar, nur Fehler ohne Ende, Gummibandeffekt, nicht sichtbare Feinde, Schüsse kommen zwar beim Feind an, machen aber keinen Schaden, Feinde stecken in den Wänden fest… !
    Die Mods und BigPoint belügen die Spieler, machen Versprechungen, die nie eingehalten werden, sie fragen nach Feedback und behaupten, dies weiterleiten zu wollen, aber es passiert nichts, die Mods verteilen Sperren im Forum ganz nach Gusto, gefällt ihnen die Meinung von jemanden nicht, wird der gleich mal 2 Wochen gesperrt, ohne das es einen Grund gäbe u.s.w….
    Dazu sollten die Geschäftsführer mal ein Interview geben und mal wirklich Rede und Antwort stehen !

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