Tuesday, December 11th, 2018

Interview mit dem Artharia-Team

1

artharia
Wer von den ganzen Casual-Browsergames mit ihren vordefinierten Spielpfaden genug hat, der sollte sich einmal das Browsergame Artharia anschauen. In Artharia kann jeder Spieler nämlich selbst bestimmen, wie er sein Spiel gestalten möchte. Egal ob friedlicher Händler oder blutrünstiger Diktator, was man selbst erreicht hängt unter anderem auch von den anderen Spieler ab. So sind es die Spieler, die das Geschehen bestimmen. Da können schon einmal ganze Städte oder mächtige Gemeinschaften entstehen, die die Machtverhältnisse in Artharia komplett ändern.

Wer hinter dem Spiel steckt und was Artharia noch so alles auszeichnet, das erfährt man im nachfolgenden Interview mit dem Team von Artharia.

1.) Hallo liebes Artharia-Team, bitte stellt euch doch kurz vor und erzählt wie ihr euch zur Programmierung eines Browsergames zusammengefunden habt?

Hallo. Unser Team besteht momentan aus 5 Leuten.

Der Projektleiter ist Toni Ostermann, der auch gleichzeitig für das Programmieren und das Balancing zuständig ist.

Ebenfalls zum Programmiererteam gehört Thomas Goldkamp, der sich auch mit dem Balancing beschäftigt.

Jonas Busse ist unser hauseigener Serveradministrator.

Um die ganzen Grafiken und Zeichnungen kümmert sich Fabian Meyer.

Mattis Busse ist ebenfalls noch mit dem Balancing beschäftigt.

Außerdem sind wir Entwickler selber auch am Spielgeschehen beteiligt und stehen immer im Chat für Fragen zur Verfügung.

2.) Euer aktuelles Projekt ist artharia.de, bitte stellt dieses doch einmal vor.

Das Browsergame Artharia ist eine Macht- und Gesellschaftssimulation in Form eines Rollenspiels. Wer uns googlet wird oft genug auf diesen Spruch treffen 🙂

Artharia ist ein kostenloses Hobbyprojekt und dahinter steckt keine große Firma mit zig Angestellten, sondern alles passiert in unserer Freizeit. Wir sind also nicht an Profit interessiert, sondern lediglich an dem Spielspaß für uns und vor allem auch für unsere Spieler.

3.) Wie seid ihr zur Idee, die hinter Artharia steht, gekommen?

Als wir uns zum ersten Mal zusammengesetzt haben, war es unsere Absicht ein Spielprinzip zu entwerfen, dass sich ganz klar von den anderen unterscheidet. Da wir Entwickler das ganze nur hobbymäßig machen, war uns von Anfang her klar, dass wir grafiktechnisch niemals mit den anderen Browsergames, die von großen Firmen entwickelt werden, mithalten können. Daher haben wir unser Augenmerk auf ebendiese Spielidee geworfen.

Im Vornherein hat sich jeder ersteinmal eigene Gedanken gemacht und Notizen aufgeschrieben. Bei unserem ersten Treffen wurden diese dann zusammengetragen und so haben wir bis spät in die Nacht die Grundpfeiler für Artharia aufgestellt.

4.) Was zeichnet Artharia gegenüber anderen Browsergames aus?

Der wohl elementarste und gewichtigste Unterschied zu anderen Browsergames ist: Es gibt keine KI. Diese Idee ist uns schon in der sehr frühen Planung von Artharia gekommen und zieht sich durch das gesamte Spiel. In den allermeisten Browsergames ist es so, dass es computergesteuerte Händler gibt, bei denen alle Items zu jeder Zeit x Münzen kosten, dass es 3 feste Banken gibt, wo man seine Münzen hinterlegen kann und 10 verschiedene Waffen die stets die gleichen Werte haben. Das alles ist in Artharia nicht der Fall:

Zu Anfang des Spiels ist eine Münze für den Spieler noch nichts wert, es herrscht also zuerst eine Tauschgesellschaft. Nach und nach spielen die Münzen aber eine immere größere Rolle, denn was soll ein Waffenschmied mit 30 Karpfen anfangen, gegen die er seine Waffe gehandelt hat? Sobald es also die ersten Berufe gibt, wird das Geld immer wichtiger.

Es gibt bei Artharia auch erst eine Bank, wenn sich ein Spieler entschließt seine Hütte zu einer umzubauen. Mittlerweile gibt es 15 verschiedene sogenannter Anbauten für eine Hütte, die von einem Laden über eine Waffen- oder Werkzeugschmiede, bis hin zu einer eigenen Börse mit Aktien reichen.

Um noch mal auf den Schmied zurückzukommen: In Artharia hat keine Waffe die gleichen Werte wie eine andere. Der Schmied kann die “Zutaten“ für die Waffe selber aussuchen und durch seine Attribute und Fähigkeiten bekommen sie noch einmal den individuellen Schliff. Das gleiche gilt auch beim Alchemiesystem, bei dem man zwischen 26 verschiedenen Pflanzen wählen kann.

Wer das Spiel aufmerksam betrachtet, merkt, dass hier und da eine neue Stadt oder Kolonie aus dem Boden spriest. Diese stellen wir Entwickler nicht einfach irgendwo selber hin, sondern eine Gruppe von Spielern hat sich zusammengetan und auf einem bestimmten Punkt der Karte Hütten gebaut. Nach und nach haben sich dann andere Spieler ebenfalls dort angesiedelt und irgendwann wächst sie dann zu einer Stadt. Momentan gibt es bei Artharia 3 Städte und schon viele kleinere und größere Kolonien die auf dem Weg dorthin sind.

5.) In eurem Spiel gibt es keine Premiumaccounts, wie finanziert es sich dann?

Das ist richtig, wir haben keine Premiumaccounts und werden auch nie welche zur Verfügung stellen, denn ein Spiel, bei dem man durch eigenes und echtes Geld Spielvorteile erhält, hat nicht mehr wirklich viel mit einem richtigen Spiel zu tun. Wir finanzieren uns hauptsächlich durch Werbung und Spenden. Als Werbung gibt es bei uns momentan nur am rechten Bildschirmrand einen Werbebanner. Allerdings wir die Spendenfunktion – ermöglicht durch PayPal oder einer einfachen Überweisung – auch schon relativ häufig genutzt. Das gibt uns Entwicklern natürlich einen gehörigen Schub Motivation!

6.) Artharia ist ein offenes Spiel, was für den Spieleinstieg leider nicht gerade dienlich ist. Damit der Spieler gut ins Spiel findet habt ihr neben einem kleinen Tutorial auch ein Wiki und die Möglichkeit eines eigenen Spielhelfers. Wie seit ihr gerade mit dem Konzept des Spielehelfers zufrieden?

Mit dem Spielehelferprinzip sind wir ziemlich gut zufrieden. Auch wenn es gelegentlich vorkommen kann, dass wir einem Neuling keine Hilfe garantieren können, weil entweder kein Helfer zur Verfügung steht oder gerade inaktiv ist, zeigt der Regelfall, dass durch das Helfersystem (welches übrigens ein Spielerbegehren war!!) ein Einstieg in ein komplexes Browsergame wirklich erleichtert wird.

7.) Während in der realen Welt die Diktaturen fallen, entstand in Artharia relativ schnell eine erste Diktatur. Hat es die Demokratie in einem Spiel, in dem jeder Spieler von Natur aus der beste sein möchte, schwer?

Nein, wir glauben nicht, dass die Demokratie es in unserem Spiel schwer hat. Natürlich gibt es den einen oder anderen Machtbesessenen Spieler, der eine Diktatur aufbauen will. Bisher wurde ein gutes Gleichgewicht zwischen Diktaturen und Demokratien gefunden und das macht das Spiel viel aufregender. Dazu muss man aber auch noch sagen: Imperien kommen – und gehen! Die Bürger oder zumindest der Großteil von ihnen sind natürlich gegen eine Diktatur, weil sie immer auch hohe Steuern zur Folge hat und schnell in einen Krieg gegen andere Städte ziehen. So bilden sich schnell Organisationen im Spiel, die versuchen dem Diktator die Macht zu entreißen. Einige bauen natürlich wieder eine neue Diktatur auf aber im Regelfall wird alles demokratischer.

8.) Besteht die Gefahr, dass Spieler zu stark werden und dann das Spiel dominieren?

Momentan ist es tatsächlich so, dass es einen sehr mächtigen Diktator gibt, der eine straff organisierte Allianz auf die Beine gestellt hat und über die momentan größte Stadt herrscht. Diese eine Person hat sehr viel Macht und Stärke und es gibt eine Vielzahl von “feindlichen“ Organisationen und Allianzen, die sich allein auf seinen Sturz konzentrieren. Dieses ist bisher allerdings noch nicht wirklich erfolgreich geschehen, da man immer wieder militärische Verluste hinnehmen musste oder die Schergen des Diktators die Gruppen sogar von innen zerstören konnten. Wie man sieht ist Hinterhältigkeit und List auch ein wichtiger menschlicher Faktor im Spiel. Wir arbeiten momentan auch noch an einer “Änderung“, die es schwächere Spieler erlaubt, auch gegen stärkere anzutreten und eventuell sogar zu gewinnen.

9.) Ist das Spiel ein Endlosspiel oder wird es irgendwann auch ein Reset geben, um z.B. alte Strukturen aufzubrechen.

Das Spiel ist als Endlosspiel gedacht und so werden wir es auch behandeln. Einen Reset wird es also nicht geben, sondern wir würden dann eher einen neuen Server eröffnen.

Alte Strukturen werden auch mit der Zeit noch zusammenfallen, denn niemand spielt für die Ewigkeit.

10.) Wie sieht die Zukunft in Artharia aus, was plant ihr noch?

In unserem Forum kann jeder Spieler jederzeit Vorschläge einbringen. Diese werden zuerst mit anderen Spielern ausdiskutiert und gegebenenfalls überarbeitet. Wenn wir Entwickler dann unser O.K. geben, kommt am Ende eines jeden Monats dieser Vorschlag zur Abstimmung, zusammen mit vielen weiteren. Die ersten 3 gewählten Vorschläge werden im Laufe des Folgemonats eingebaut. Kleinere Änderungen binden wir allerdings sofort ein.

Momentan arbeiten wir auch noch an einer sehr großen und elementaren “Änderung“, die allerdings noch eine Überraschung für die Spieler sein soll 😉


Weitere Beiträge:

Comments

One Response to “Interview mit dem Artharia-Team”
  1. Gero sagt:

    Da scheinen ja richtige Idealisten am Werke zu sein. Keine Premium-Accounts? Wo gibts denn sowas 😀 ist mir aber irgendwie sympathisch!

Was meinst du?

Teile hier deine Meinung mit ...