Friday, October 18th, 2019

Browsergames Forum 2011 Bericht

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Das war es also nun, gestern ging mit dem Browsergame Forum 2011 (kurz bgf) das Branchentreffen der Browsergames-Unternehmen für das aktuelle Jahr zu Ende. Neben den großen Playern wie Bigpoint oder Gameforge, waren auch einige kleinere Entwickler auf dem bgf um sich spannende Vorträge anzuhören und sich mit den anderen Besuchern auszutauschen. Wir vom Browsergame Magazin waren mit einem Mann am letzten Tag des bgf vertreten und wollen mit diesem Artikel einen kleinen Einblick geben, was die daheim gebliebenen alles verpasst haben.

Los gehen sollte es am Samstag um 9:30 Uhr im Capitol in Offenbach am Main. Weil die Party am Abend davor aber wohl doch etwas feuchtfröhlicher war, starteten die Vorträge mit einer Viertelstunde Verspätung für die wenigen, die es zu so früher Stunde wieder ins Capitol geschafft hatten. All diejenigen die ihren Rausch ausschliefen verpassten aber einige spannende Vorträge. So erzählte Teut Weidemann über die Zukunft von Free To Play. Dafür holte er sich Meinungen von anerkannten Experten wie Heiko Hubertz, Jessica Mulligan oder Michael Zillmer ein. Die meisten Experten hatten ganz verschiedene Meinungen, Hubertz meinte beispielsweise, dass die Qualität der Spiele in der Zukunft eine noch höhere Priorität zukommt. Der Grund könnte Andreas Weidenhaupt mit seiner Vermutung über die Zukunft geben. Er ist nämlich der Meinung, dass Browsergames bald genauso wie Retail-Games aussehen werden. Nach der Vorstellung seiner eigen Ansicht und dem Vergleich mit dem chinesischen F2P-Markt, der dem deutschen 4-5 Jahre voraus ist, stellte der vortragende Teut Weidemann die provokante Frage, ob Firmen vielleicht in Zukunft Spieler sogar für das Spielen bezahlen waren. Als Vorzeigebeispiel nannte er die Situation im Pokerbereich.

Es folgten weitere interessante Vorträge, wie man beispielsweise eine Community erfolgreich betreiben kann, auf was man in einer „gesunden“ Community achten und reagieren sollte, falls sich etwas ändert. Kurz vor dem Mittag wurde dann die BGF Starter Trophy verliehen.

Die bgf Starter Trophy wurde das erste Mal von Gamesload im Rahmen des browsergames Forum verliehen. Jeder Entwickler konnte sich mit seinem Spiel bewerben und das Spiel mit dem besten Spielkonzepte im Bereich Browsergames wurde ausgezeichnet. Insgesamt wurden drei Spiele prämiert, die Entwickler bekamen in aufsteigender Reihenfolge jeweils 2.000, 3.000 und 5.000 Euro. Anbei die Gewinner der bgf Starter Trophy:

  1. Project Nemesis
  2. Rust Raiders
  3. Social War

Auch am Nachmittag gab es dann weitere Vorträge, wie beispielsweise eine Monetarisierung von Browsergames mit Win-Win-Win-Effekt aussehen könnte. Als Beispiel wurde hier die Cowboys und Alien-Kampagne im Browsergame The West genannt oder die Werbung von Pizza.de in Funny Pizza. Auch spannend und leider wenig besucht, obwohl sich zum Mittag die zwei Vortragssäle deutlich füllten, war Bigpoints Vortrag zum Data Management und Streaming Strategien in Dragensang Online. Hier erfuhr man, dass das Spiel im unkomprimierten Zustand rund 317 MB groß ist, während sich die 27035 Dateien im komprimierten Zustand auf ein Paket von 139 MB schnüren lassen. Damit das grafisch aufwendige Spiel auch flüssig läuft, unterliegen alle Beteiligten ein „Data Size Budget“, das sie nicht überschreiten dürfen (ganz zum Leidwesen der Grafiker). Auch ein eigenes „HTTP-Filesystem“ soll für Dragensang Online entwickelt worden sein.

Der letzte Vortrag begann dann um 15:45 Uhr und schon da war das Fazit der Vorträge klar. Viele Vorträge waren sehr interessant, bei einigen wurde für meinen Geschmack zu viel Werbung für das eigene Unternehmen gemacht und einige andere wiederum enttäuschten mit ihren Inhalt, nach dem man sich von der Ankündigungsüberschrift doch etwas anderes erhofft hat. Ein gemischtes Fazit also, bei dem das Positive aber überwiegt.

Präsentiert wurde übrigens bis auf wenige Ausnahmen durchgängig in Englisch. Damit unterstrichen die Verantwortlichen des bgf die internationale Ausrichtung, auch wenn die meisten Vortragenden vor dem Start ihres Vortrags noch einmal vergewisserten, ob denn überhaupt internationales Publikum anwesend ist, was dann auch immer der Fall war.

Neben den Vorträgen stand ganz klar der Austausch untereinander im Mittelpunkt. Bei Kaffe, Cola und belegten Brötchen konnte man sich mit den Teilnehmern über die unterschiedlichsten Themen austauschen. Sponsoren wie Bigpoint oder Superclix standen in der großen Versammlungshalle zusätzlich für einen weiteren Austausch und sich daraus ergebenden Kooperationen bereit.

Abschießen lässt sich sagen, dass das bgf ein Pflichttermin für alle Verantwortlichen aus der Browsergames-Branche ist und wohl auch erst einmal bleibt. Neben den interessanten Vorträge kann man hier mit so vielen anderen Gleichgesinnten in Kontakt treten, wie das selten der Fall ist. Das dieses Jahr Entwickler zahlen musste, merkte man der Veranstaltung aber deutlich an. Es bleibt abzuwarten, was sich die Entwickler für das bgf 2012 einfallen lassen.

 


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